Pitch(un)kultur in Österreich- Heißes Eisen Pitch

Werbe Akademie und MCÖ luden am 28. September zu einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion. Es diskutierten prominente Vertreter von Auftraggeber- und Auftragnehmerseite unter der Leitung von Martin Weinand. Zur Einstimmung präsentierte Roswitha Hasslinger, Österreichisches Gallup Institut, eine brandaktuelle Studie zum Thema „Heißes Eisen Pitch – Was sagen Agenturen und Kunden zum Thema Wettbewerbspräsentationen?

"Real life differs from holidays.“

Die Ergebnisse der Studie dokumentieren sehr anschaulich die Probleme bei Wettbewerbspräsentationen: Agenturen fühlen sich ausgenutzt, für die Kunden ist es ein „lustiger Event mit Keksen“ (Zitat), die Präsentationen werden als Momentaufnahme gesehen und stehen oft in Widerspruch mit der tagtäglichen Leistung einer Agentur. Zitat eines Befragten aus der Studie: „ Real life differs from holidays.“ Noch drastischer drückt es ein weiteres Zitat aus: „Ich wähle ja auch nicht meinen Ehepartner nach einem One-Night-Stand aus.“

Sind Kunden Täter und Agenturen Opfer?

Beim Thema Pitch handelt es sich um ein besonders umstrittenes „Spannungsfeld der Kommunikationsbranche“, wie Georg Wiedenhofer (bauMax, Präsident MCÖ) es in seinen Begrüßungsworten ausdrückt. Er weist auch auf die in der Studie schon angesprochenen Probleme hin: Pitch als für die Agentur ruinöser Wettbewerb, Sinnhaftigkeit und Höhe von Abstandshonoraren, Überholtheit des Pitch-Prozedere, Unterschiede zwischen öffentlichen Auftraggebern und Auftraggebern aus der Privatwirtschaft, Kunden als Täter – Agenturen als Opfer?, Pitch als „geschobene Partie“, Geringschätzung von Kreativleistung, Pitchberater – ja oder nein?
Andreas Miedaner: „Warum tut man sich als Agentur eine Wettbewerbspräsentation überhaupt an, meist bleibt doch nur ein schaler Nachgeschmack zurück.“
Stephan Heid: „Durch das Vergaberecht haben sich die Pitch-Szenarien verschärft. Es eignet sich für die Bahn, um den Bau eines Tunnels auszuschreiben, für die ASFINAG um eine Straße bauen zu lassen, im Grunde genommen aber nicht für kreative Agenturleistungen.
Die Besonderheit der Veranstaltung war neben dem hochkarätigen Podium auch das überaus prominent besetzte Auditorium mit wichtigen Entscheidern von Agentur- und Kundenseite.

Die Diskutanten: Eduard Böhler (Geschäftsführender Gesellschafter und Creative Director Wien Nord, Präsident des CCA), Beate McGinn (Leiterin der Kommunikation, Mediensprecherin, Verbund) Stephan Heid (Rechtsanwalt, Anwaltskanzlei Heid Schiefer), Michael Himmer (Obmann, Fachgruppe Werbung Wien), Philip List (Marketingleiter Erste Group), Andreas Miedaner (Geschäftsführender Gesellschafter, Büro X), Andreas Nemec (Geschäftsführer Bundesbeschaffungsgesellschaft)

Kunden und Agenturen wollen Transparenz und Fairness

Es wurden unterschiedliche Ansätze diskutiert wie die Beiziehung unbefangener externer Berater aus der Branche bei Wettbewerbspräsentationen, die Festlegung einheitlicher Standards und Richtlinien, u. v. m. Die anwesenden gesetzlichen und freiwilligen Standesvertreter sowie Schlüsselpersönlichkeiten von Kunden- und Agenturseite haben sich darauf geeinigt bei weiteren Terminen die andiskutierten Lösungsansätze gemeinsam weiter zu verfolgen und endlich Bewegung in die Sache zu bringen.

Quelle Studie: Österreichisches Gallup Institut, komplette Studie ist um 500€ bei Gallup erhältlich.

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Katharina Grasser
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